Kiesabbau Rauestei

Sämtliche Bauvorhaben in der Schweiz und der Region benötigen Kies. Denn Beton besteht zu über zwei Dritteln aus Sand und Kies und dieser wird für beinahe jedes Gebäude benötigt. Die Kiesreserven in den Bezirken Bremgarten und Muri werden voraussichtlich in den nächsten Jahren zu Neige gehen. Deshalb braucht es neue Abbaugebiete in der Region. Im Gebiet Rauestei ist deshalb ein Kiesabbau geplant, um die Region auch weiterhin mit Kies zu versorgen. Das Projekt sieht vor, über einen Zeitraum von über 20 Jahren Kies und Sand abzubauen, ihn aufzubereiten und danach als Baustoff zu verwerten. Das Gebiet ist im kantonalen Richtplan als Materialabbaugebiet eingetragen und eignet sich bestens für die Kiesbestände der Zukunft.

Ökologie stark im Fokus

Die Aufbereitung des Kieses soll für die weitere Verwendung (Trennung, Waschen, Grössenklassierung etc.) gleich vor Ort erfolgen. Dies verhindert den Mehrverkehr durch Transport und mit der Reduktion der Umweltemissionen ist es so viel umweltverträglicher. Mit einer optimierten Etappierung und Tieferlegung werden Lärmemissionen minimiert und auch Sichtschutz gewährleistet. Eine Studie vom Ingenieurbüro ILU AG, im Auftrag der Müller Kies AG zeigt zudem auch auf, dass das neue Abbaugebiet keinen massgebenden Einfluss auf die Verkehrskapazitäten in der Region haben wird. Zudem werden ökologische Ausgleichsmassnahmen geleistet. Derzeit laufen noch Abklärungen und Verhandlungen der genauen Massnahmen. Die Sicherstellung jedoch ist eine zwingende Voraussetzung für die Abbaubewilligung.

Aufgrund der sehr engen Platzverhältnisse der Materialabbauzone kann nicht alles abgetragene Bodenmaterial zwischengelagert werden. Bei diesem Material handelt es sich um Ober- und Unterboden (umgangssprachlich auch Humus und Stockboden), welches zwingend zwischengelagert werden muss, um es bei der anschliessenden Wiederherstellung des Bodenaufbaus (Rekultivierung) wieder zu verwenden. Der Kanton gibt dazu vor, dass das Bodenmaterial möglichst in der Region und möglichst innerhalb einer dafür geeigneten, rechtskräftig festgelegten Zone zwischengelagert werden soll. Deshalb entsteht eine Zone für das Bodendepot, welches ausschliesslich als Depot genutzt wird, um den Anfangszustand des Gebietes wieder herzustellen.

Anfangszustand wird wieder hergestellt

Während dem Abbau erfolgt in Etappen eine Wiederauffüllung der entstandenen Grube mit unverschmutztem Aushubmaterial der Region und eine Wiederherstellung der Landschaft, wie sie vorher war. Dieser Aspekt erhält eine besonders hohe Betrachtung. So wird die Landschaft unter landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen und ökologischen Anforderungen und Anliegen über die Zeit berücksichtigt. Die betroffenen Böden werden somit qualitativ wie auch quantitativ gemäss Ausgangszustand wiederhergestellt.

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Karussellsteuerung

Karussell

Situation vor Abbau (IST-Zustand)

Situation nach ca. 10 Jahren (Visualisierung)

Situation nach ca. 16 Jahren (Visualisierung)

Endgestaltung (Visualisierung)

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Karussellsteuerung

Karussell

«Die Nutzung einheimischer, natürlicher Rohstoffe für die regionale Versorgung ist umweltfreundlich. Sie schafft zudem Raum zur Ablagerung von regional anfallendem Aushubmaterial»»

Josef Wanner, Projektleiter Rohstoffversorgungskonzept (RVK 2020) Kanton Aargau

Bezug zur Gesamtrevision Nutzungsplanung

Die Verwirklichung der Materialabbauzone Rauestei bedingt eine Änderung im Kulturlandplan der Stadt Bremgarten. Es handelt sich dabei um eine projektbezogene Teilrevision des Kulturlandplanes. Denn der Ort, an dem das Bodendepot geplant ist, befindet sich aktuell in der Landwirtschaftszone. Damit das Projekt ermöglicht werden kann, braucht es eine Formulierung von Bestimmungen in der Bau- und Nutzungsordnung (BNO). Diese besagt eine temporäre Nutzung des Bodendepots für den Zeitraum des Abbaus (ca. 20 Jahre). Das heisst, dass nach dem Ende des Projektes die Fläche wieder als Landwirtschaftszone genutzt werden kann. So wird das Projekt auch mit der Gesamtrevision Nutzungsplanung koordiniert.

An der Gemeindeversammlung vom 14. Juni 2018 haben die Stimmbürger von Bremgarten einem Dienstbarkeitsvertrag zwischen der Einwohner- bzw. Ortsbürgergemeinde als Eigentümerin der Waldparzellen und dem Gesuchsteller zugestimmt. Durch eine Dienstbarkeit räumt ein Grundstückseigentümer dem Besitzer einer benachbarten Immobilie bestimmte Nutzungsrechte ein.

«Dieses sinnvolle Vorhaben wird vom Regionalplanungsverband Mutschellen – Reusstal – Kelleramt unterstützt.» 

Regionalplanungsverband (REPLA), planerische Organisation der Gemeinden des Mutschellen, des Reusstales und des Kelleramtes